Montag, 5. Juli 2010
... unter anderem darüber diskutierten wir vergangene Woche bei der Marcus Evans Jahrestagung Corporate Learning in Köln.
So wenig eindeutig wie es die Corporate University gibt, so wenig klar ist auch die Perspektive. Hier einige der umrissenen Fragen:
- Ist eine Corporate University die Drehscheibe aller Bildungsprozesse im Unternehmen - und deshalb in HR aufgehängt?
- Oder verdient eine CU nur diesen Titel, wenn sie direkt am CEO / Vorstand aufgehängt ist?
- Sollte sich eine CU nur auf Führungskräfte ausrichten oder sich an alle Mitarbeiter richten?
- Ist eine Aufhängung vorstandsnah, außerhalb HR, allenfalls ein temporäres Konstrukt, bis das Thema Qualifizierung die nötige Awareness (und das damit verbundene Budget) erreicht hat?
- Mit wem tritt eine CU eigentlich in den Wettbewerb - Mit dem internen HR-Bereich? Den Universitäten und Fachhochschulen? Oder den Business Schools?
- Sind CUs inzwischen längst 'out', weil sie seinerzeit aufgrund der großen Unzufriedenheit mit der Hochschulpolitik gegründet wurden? Und ist das heute anders?
- Was können Unternehmen besser vermitteln als Hochschulen? Wo sind Kooperationen sinnvoll, wo nicht?
Als kleinster gemeinsamer Nenner von vielen geteilt wurde die Einschätzung, dass eine CU in aller Regel eine strategische Ausrichtung hat. Die Aufhängung ist meines Erachtens sekundär, vorausgesetzt, der HR-Bereich / das Thema Bildung hat das nötige Standing im Unternehmen. Ich persönlich sehe Zweck und Nutzen einer Corporate University vor allem vor dem Hintergrund von Wandel und Retention: effektiv dazu beitragen, das Unternehmen rasch und nachhaltig zum Wandel zu befähigen und es gleichzeitig auch dauerhaft attraktiv für erfahrene und exzellente Mitarbeiter zu halten.